Mystery-twister

MYSTERYTWISTER C3 – EIN INTERNATIONALER KRYPTO-WETTBEWERB



MysteryTwister C3 (MTC3) zeigt, wo Kryptologie überall eine wichtige Rolle spielt: Sei es im privaten oder öffentlichen Leben, in Wissenschaft und Forschung. Des Weiteren bietet MTC3 Aufgaben verschiedener Schwierigkeitsstufen, um sich daran messen zu können. Das Wichtigste ist aber der Spaß am Rätseln und die Freunde an einer nicht alltäglichen Herausforderung.

Hauptwerkzeug von MTC3 sind dabei sog. Challenges — aufgeteilt in vier Schwierigkeitsgrade. Diese Challenges können so einfach sein wie die Entschlüsselung einer Caesar-Chiffre (Level I) oder so hart wie das Brechen eines modernen Verschlüsselungsverfahren wie AES — Advanced Encryption Standard (Level III). Manche Challenges sind sogar bisher gänzlich ungelöst (Level X). Die verschiedenen Themen, die die Challenges abdecken, sollen einem breiten Publikum einen Überblick über die Kryptologie geben. Die vier Schwierigkeitsgrade in MTC3 bieten kryptographische Herausforderungen sowohl für Studenten, die gerade erst begonnen haben, etwas über Kryptographie zu lernen, als auch für Experten mit langjähriger Erfahrung.


CHALLENGES AUS MTC3, DIE IN DIE PRESSE KAMEN



1) Verschlüsseltes Kriegstagebuch: Der Spion, der sich selbst überlistete
Als Widerstandskämpfer spionierte Antonio Marzi im Zweiten Weltkrieg die Deutschen aus. Seine verschlüsselten Funksprüche sammelte der Italiener in einem Tagebuch — und vergaß die Codierung. Nachdem die Aufgabe als Level-X-Challenge in MTC3 aufgenommen wurde, dauerte es nochmal 2 Jahre, bis ein Experte das Rätsel löste. Von Klaus Schmeh und Tobias Schrödel, SPIEGEL ONLINE, 22.04.2013

2) Die Doppelwürfel-Challenge (shalomlife.comscienceblogs.de)
Eine Variante des Doppelwürfels wurde auch von Spionen der DDR benutzt. Klaus Schmeh erstellte 2007 nach einem Interview mit Otto Leiberich eine Challenge und stellte sie 2011 in MTC3 ein. Die Nachricht bestand aus 599 Buchstaben und war mittels zwei über 20 Buchstaben langen Schlüsselwörter transponiert worden. George Lasry, der schon etliche Rätsel auf MTC3 gelöst hatte, sandte Ende 2013 die Lösung ein. In seiner Dissertation 2018 hatte er dann die Grenzen der Berechenbarkeit mehrerer klassischer Verfahren deutlich verbessert.


Dass die Lösung einer MTC3-Challenge den Weg in die Presse findet, ist aber die Ausnahme.

MTC3 wurde 2011 ins Lebengerufen und wird seitdem gemeinsam mit dem CrypTool-Team (www.cryptool.org) geleitet und gepflegt.

Aktuell (November 2020) gibt es über über 300 Challenges von über 70 Autoren. Über 10.000 Teilnehmer sandten in Summe über 30.000 richtige Lösungen ein.