Alumni Story Nina Krautgartner

Neugier als Kompass: Der Weg in die Angewandte Informatik

Alumni Story Nina Krautgartner

Charlotte Schab
24. März 2026

Schon während ihres Bachelorstudiums in Dortmund entdeckte Nina Krautgartner ihre Begeisterung für die Neuroinformatik und praxisbezogene Informatikthemen. Der Master Angewandte Informatik in Bochum bot ihr genau die Fächer und Anwendungsbezüge, die ihre Neugier weckten. In Ihrer Alumni Story erzählt sie von den Unterschieden zwischen dem Studium in Dortmund und Bochum, ihrer Begeisterung für das Programmieren und davon, wie sich manchmal einfach alles genau richtig fügt. Heute promoviert sie im SFB 1683 „Interaktionsmethoden zur modularen Wiederverwendung von Bestandstragwerken“ am Lehrstuhl Informatik im Bauwesen an der RUB.

 

Du hast deinen Bachelor in Informatik an der TU Dortmund gemacht. Warum hast du dich für den Master für Bochum entschieden?

Während meines Bachelors in Dortmund habe ich erste Erfahrungen in der Forschung gesammelt und mich auch ein bisschen mit dem Thema Optimierung beschäftigt. Dabei habe ich festgestellt, dass ich gerne mehr in die Neuroinformatik schnuppern würde. Der Bereich war in Dortmund damals noch nicht so breit aufgestellt wie hier in Bochum. Im Master Angewandte Informatik hat man hier eine tolle Auswahl an Fächern und daher habe ich mich kurzerhand für den Wechsel entschieden. Mit der Entscheidung war ich dann auch sehr happy.

Der Wechsel in die Angewandte Informatik war genau das Richtige für mich, weil ich gerade den Anwendungsbezug super spannend fand und total darin aufgegangen bin.

Wie hast du deine Studienzeit erlebt, und inwiefern hast du Unterschiede zwischen den beiden Universitäten wahrgenommen?

Ich habe mich schon immer für Naturwissenschaften interessiert. Ursprünglich wollte ich Elektrotechnik studieren, habe mich dann aber spontan entschieden, Informatik auszuprobieren, weil das spannend klang. Demnach hatte ich gar keine Vorerfahrung. Entsprechend herausfordernd war die Anfangszeit: Die Lernkurve war schon recht steil, vor allem in den Grundlagenfächern wie Mathematik und Programmieren. Was mich jedoch motiviert hat, war meine wachsende Begeisterung fürs Programmieren. Sobald ich im Studium mehr Wahlmöglichkeiten hatte und mich auf Inhalte konzentrieren konnte, die mich wirklich interessieren, wurden auch meine Leistungen zunehmend besser und das ging dann im Master in Bochum so weiter.

Und dann in Bochum hat es mir richtig gut gefallen. Der Master ging so schnell um. Ich hatte auch insgesamt den Eindruck, dass alle meine Kommiliton*innen motiviert waren und alle richtig Lust auf das Studium hatten. So hat es auch Spaß gemacht, sich untereinander auszutauschen.

Früh übt sich: Nina Krautgartner sitzt das erste Mal am Computer, zusammen mit ihrem Vater

Du promovierst jetzt am Lehrstuhl Informatik im Bauwesen bei Prof. Markus König. Wie bist du dazu gekommen?

Genau, ich arbeite als wissenschaftliche Mitarbeiterin und promoviere im Bereich Simulation und Optimierung. Auf den Lehrstuhl bin ich über das Modul Simulationstechnik aufmerksam geworden. Das Thema kannte ich bereits durch meine Arbeit in Dortmund, daher habe ich das Modul in Bochum belegt. Im Zuge dessen bin ich mit meinem jetzigen Chef, Professor Markus König, ins Gespräch gekommen. Wir haben uns ausgetauscht, und er erwähnte, dass mein Hintergrund gut zum Lehrstuhl passen würde. Daraus hat sich schließlich die Möglichkeit ergeben, auch beruflich nach Bochum zu wechseln.

Es hat sich alles irgendwie genau so ergeben, wie es sein sollte. Ich konnte genau das machen, wofür ich mich begeistere. Besser hätte es nicht laufen können.

Woran forschst du im Rahmen deiner Promotion?

Ich arbeite in einem Sonderforschungsbereich, in dem wir uns mit der Wiederverwendung von Stahlbeton befassen. In dem Projekt entwickle ich ein digitales Ökosystem, das den gesamten Prozess der Wiederverwendung abbildet. Dafür werden unter anderem für die Stahlbeton-Bauteile bestehender Gebäude digitale Zwillinge erstellt. Mithilfe der bereitgestellten Daten lässt sich prüfen, wie die Bauteile in einem neuen Gebäude wiederverwendet werden können. In meiner Promotion fokussiere ich mich auf die Simulation dieser Prozesse. Man kann das auch als Logistikproblem betrachten, da die Bestandsgebäude über ganz Deutschland verteilt sind. Genau diese Herausforderung versuche ich mit meiner Forschung zu lösen.

Was begeistert dich an diesem Forschungsbereich?

Was mich daran begeistert, hängt mit meiner Freude am Programmieren zusammen: Man erschafft etwas und hat am Ende ein Produkt. Informatik wird oft als sehr theoretisch wahrgenommen, aber am Ende schafft man hier ein greifbares Ergebnis. An der Simulation fasziniert mich besonders, reale Prozesse nachzubilden und zu validieren. Es ist spannend zu sehen, wie sich zum Beispiel die Logistik mithilfe von Optimierungsmethoden oder KI verbessern lässt. Man kann dadurch Schlüsse ziehen, die ohne diese Technologie vorher nicht sichtbar gewesen wären.

Für ihre Masterarbeit erhält Nina Krautgartner den Preis der Fakultät für Bau-und Umweltingenieurwissenschaften

Welche Fähigkeiten aus dem Studium helfen dir dabei?

Natürlich hilft mir zunächst das gesamte Wissen, das ich im Studium, vor allem in der Programmierung, erworben habe. Aber auch die Soft Skills sind wichtig, insbesondere die Kommunikation. Gerade an der Schnittstelle von Informatik und Bauwesen bedarf es viel Austausch, weil ich natürlich keine Expertin im Bauwesen bin, aber alle notwendigen Infos für die Simulationen benötige.

Hast du schon Zukunftspläne nach der Promotion?

Ich möchte etwas Innovatives machen und im Grunde das fortsetzen, was ich bereits in meiner Forschung begonnen habe. Allerdings ist dieses Thema in der Wirtschaft noch nicht in vergleichbarer Form angekommen. Ich hoffe, dass sich der Arbeitsmarkt bis zum Ende meiner Promotion weiterentwickelt und ich die Möglichkeit habe, die Inhalte meiner Arbeit fortzuführen. So richtig weiß ich noch nicht, wo der Weg hingeht, aber ich hoffe einfach, dass ich das Thema weiterverfolgen kann.

Name: Nina Krautgartner
Studiengang: Angewandte Informatik
Abschlussjahr: 2025
Aktueller Job: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Informatik im Bauwesen (RUB)